Kinderarzt und Kinderkardiologe Dr. Marc Schlez, Neustadt/Weinstraße
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FAQ - Häufige Fragen

Vorhofseptumdefekt (ASD)

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Illustration FAQDer Vorhofseptumdefekt ist eine mittlere bis große Querverbindung zwischen den Herzvorhöfen. Dadurch fließt immer in der Regel von der arteriellen zur venösen Herzseite Blut durch das Loch zwischen den Vorhöfen.

Normalerweise fließt beim Herzgesunden immer gleichviel Blut durch den Lungen- und Körperkreislauf. Beim ASD kommt es jetzt zu einem vermehrtem Blutdurchfluss durch die Lungengefäße, die nicht für solch eine Belastung ausgelegt sind. Dadurch kann es über die Jahre und Jahrzehnte zu Schädigungen und Krankheiten kommen, die unter Umständen nicht mehr zu reparieren oder behandeln sind. Deshalb ist nicht die Größe oder Lage des ASD entscheidend, sondern die Menge an Blut die durch das Loch fließt und damit die Mehrbelastung der Lungengefäße verursacht.

In der klinischen Untersuchungen fallen normale ASD nicht auf, sie verursachen kein typisches Geräusch. Diskrete Zeichen wie eine leichte Vergrößerung der linken Brustwand oder Veränderungen im EKG (sog. inkompletter Rechtsschenkelblock) können darauf hinweisen. Bei großen ASD kommt durch den stark vermehrten Lungendurchfluß ein leichtes Strömungsgeräusch im Bereich der Lungenklappe hinzu.

In der Herzultraschalluntersuchung lassen sich die Größe und die Lage (Secundum oder Primumtyp) beschreiben. Hier fallen auch bereits erfolgte Veränderungen am Herzen auf, z.B. eine Vergrößerung der rechten Herzkammer oder ein erhöhter Lungendurchfluß auf, die für eine Gefährdung des Kindes durch den ASD sprechen.

Den tatsächlichen Blutdurchfluß durch das Loch und damit die Lungenbelastung lassen sich jedoch methodenbedingt nicht sicher bestimmen. Dies geht nur in einer invasiven Messung der Druckverhältnisse und der Sauerstoffkonzentrationen im Herzen mittel Herzkatheteruntersuchung. Diese ist nur dann notwendig, wenn im Ultraschall die indirekten Zeichen eine deutlichen Lungenbelastung gesehen werden.

In der Herzkatheteruntersuchung kann der Blutübertritt durch den ASD exakt bestimmt werden und bei Überschreiten des Grenzwertes die Indikation zum Verschluss gestellt werden. Verschließen des ASD geht z. Z. auf zwei Arten. Zum einen die traditionelle Art des Operativen Direktverschlusses, d.h., der Operateur eröffnet das durch die Herz-Lungen-Maschine stillgelegte Herz und verschließt unter Sicht das Loch. Vorteil sind die über 40 Jahre Routine der Methode und der definitive Verschluss. Also nach der Operation sind keine Probleme mehr zu erwarten. Aber es ist eine Herz-OP mit den Risiken der Herz-Lungen-Maschine und der nachfolgenden, meist kurzen Intensivzeit. Und es bleibt eine Narbe, die heute jedoch kosmetisch günstig am rechten Seitenrand des Brustkorbes angelegt wird.

Eleganter ist der Verschluss durch ein Schirmchen, das durch eine Herzkatheterintervention über eine Beinvene eingebracht wird. Jedoch handelt es sich hier um ein relativ junges Verfahren (ca. seit 10 Jahren) und die Langzeitauswirkungen sind noch nicht wirklich abschätzbar. Hier ist immer eine Einzelfallentscheidung zu treffen, die nur in eingehenden Beratungsgesprächen gefunden werden kann.

Wichtig: die meisten ASD sind nicht so beeinträchtigend, daß eine Herzkatheteruntersuchung oder ein Verschluss notwendig sind. Bei "normalen" ASD lebt Ihr Kind ein ganz normales Leben mit einer altersentsprechenden körperlichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Also von den krebsroten Zornanfällen im Säuglings- und Kleinkindesalter bis zum Leistungssport in der Pupertät keine Sonderbehandlung.

© 2006